Bärenhaltung

Braunbären im Zoo Schwerin Braunbären im Zoo Schwerin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bei der Überarbeitung des Säugetiergutachtens des BMEL wurden seiten der Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen gegenüber dem Gutachten von 1996 massiv erhöhte Mindestflächen für die Gehege von Landbären gefordert. Dies auf der Grundlage einer angeblich vom Europäischen Zooverband abgesegneten Formel. Diese Formel war zwar in einem Entwurf enthalten, wurde letztlich aber verworfen. Der VDZ hat dazu eine Präsentation erstellt, in der erläutert wird, weshalb eine solche Formel nicht funktionieren kann.

Gehegeflächen für Bären

Die Eisbärenhaltung gehört zu den Lieblings-Kritikpunkten zoofeindlicher Organisationen. Eindeutig ist, dass hier in der Vergangenheit erhebliche Fehler gemacht wurden. Die Kritiker tragen aber der Tatsache keine Rechnung , dass seit dem Jahr 2000 acht der gegenwärtig 13 Eisbärenanlagen in Deutschland neu- oder umgebaut und erweitert wurden und in drei weiteren Zoos Umbauten in Planung sind. Die neuen Anlagen haben jeweils eine Gesamtfläche von 1'000 bis über 3'700 m². Eröffnungsjahre: 2000: Karlsruhe; 2002: Bremerhaven; 2004: Nürnberg; 2006: Gelsenkirchen; 2010: Hannover, München; 2012: Hamburg; 2014: Neumünster.

Für das im Zoo Rostock geplante Polarium, wo nebst Eisbären auch Pinguine gehalten werden sollen, sind Gesamtkosten von insgesamt 10,65 Millionen Euro budgetiert, von denen der Zoo 2,66 Millionen Euro selbst, beziehungsweise mit städtischer Unterstützung, aufbringen muss. Im Idealfall könnte die neue Heimat für Eisbären und Pinguine schon 2017 eröffnen. Der Neubau wurde nötig, weil die bestehende Eisbärenanlage von 1958 den heutigen Vorstellungen und Anforderungen nicht mehr entspricht.

Die einzige Eisbärenhaltung Österreichs, im Tiergarten Schönbrunn wurde mit einem Aufwand von 10.5 Millionen € ebenfalls neu gebaut und 2014 eröffnet, das Gehege hat eine Fläche von 1'700 m².

In der Schweiz haben die beiden Zoos von Basel und Zürich die Eisbärenhaltung aufgegeben, nicht etwa, wie von tTerrechtlern insinuiert wird, weil sie der Meinung waren, Eisbären könnten im Zoo nicht gehalten werden, sondern weil für den Ersatz ihrer aus den Jahren 1932 und 1934 stammenden Eisbärenanlagen entweder der Platz fehlte (Basel) bzw. die Eisbärenhaltung nicht mehr in das tiergärtnerische Gesamtkonzept passte (Zürich).

Literatur:
DOLLINGER, P. et al. (1996) Husbandry and Pathology of Polar Bears (Thalarctos maritimus) in Swiss Zoos PDF

aktualisiert 14.01.2015