Elefantenhaltung

Junger Afrikanischer Elefant im Tiergarten Schönbrunn Junger Afrikanischer Elefant im Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky, Tiergarten Schönbrunn

Die meisten VdZ-Zoos haben ihre Elefantenhaltungen in den letzten Jahren neu- oder umgebaut:

1994: Allwetterzoo Münster: Neubau. 2010 Planung Erweiterung.
1995: Zoo Wuppertal: Neubau
1996: Tiergarten Schönbrunn: Wien, Neubau
1997: Zoo Hannover: Neubau
1999: Zoo Dresden: Neubau
2004: Zoo Augsburg: Umbau mit Erweiterung der Aussenanlage
2004: Tierpark Cottbus: Umbau Haus
2004: Zoo Karlsruhe: Umbau
2004: Kölner Zoo: Neubau
2004: Zoo Neunkirchen: Neubau
2005: Zoo Osnabrück: Erweiterung
2006: Zoo Halle: Neubau
2006: Tierpark Hagenbeck, Hamburg: Neubau Haus
2006: Zoo Leipzig: Neu- und Umbauten seit 2001 abgeschlossen
2007: Tierpark Hellabrunn München: Umbau Aussenanlage, Haus bereits 2001, 2012 Totalumbau Haus
2008: Zoo Rostock: Umbau und Erweiterung Aussenanlage
2009: Zoo Berlin: Umbau mit Erweiterung Aussenanlage
2010: Zoo Heidelberg: Neubau
2011: Wilhelma Stuttgart: Projektierung für Neubau läuft
2013: Allwetterzoo Münster: Eröffnung des erweiterten Elefantenparks
2013: Opel-Zoo Kronberg: Eröffnung Neubau
2013: Zoo Karlsruhe: Eröffnung erweitertes Elefantenhaus
2014: Zoo Zürich: Eröffnung Neubau
2014: ZooPark Erfurt: Eröffnung Neubau
2017: Zoo Magdeburg, Eröffnung Neubau geplant
2017: Zoo Basel, Eröffnung Neubau geplant

Diese Neu- und Umbauten gehen jeweils mit einer erheblichen Verbesserung der Haltungsbedingungen und der Infrastruktur einher, wie das Beispiel des Opel-Zoos Kronberg zeigt:

 

Alte Anlage (1958)

Neue Anlage (2013)

Elefantenhaus    
Elefantenkühe: Stall 1 19 m² 59 m²
Elefantenkühe: Stall 2 18 m² 59 m²
Elefantenkühe: Stall 3 19 m² 59 m²
Elefantenbulle: Stall 1 20 m² 52 m²
Elefantenbulle: Stall 2 24 m² 36 m²
Elefantenbulle: Kral nicht vorhanden 292 m²
Innengehege - Lauffläche nicht vorhanden 820 m²
Monsundusche nicht vorhanden ja
Untersuchungsstand nicht vorhanden ja
Pflegergang nicht vorhanden 178 m²
Futterküche 9 m² 23 m²
Futterlager innen / außen 120 m² 230 m²
Wirtschaftshof nicht vorhanden 420 m²
Heizung Ölheizung mit Gebläse Gasheizung mit Wärmeautauscher
Dach Holz-Ziegel-Dach 5-schalige, UV durchlässige PC-Stegplatten
Außenanlage    
Anlage Herde, Landteil 4200 m² 6450 m²
dazu Badebecken 35 m² bis 1.3 m tief 260 m² bis 2 m tief*
dazu Schlammsuhle nicht vorhanden 85 m²
dazu Sandbad nicht vorhanden 85 m²
Eingewöhnungsgehege 135 m² 133 m²
Anlage Bulle nicht vorhanden 1250 m²
dazu Badebecken nicht vorhanden 174 m² bis 2 m tief**
dazu Kral nicht vorhanden 215 m²

* dazu Sumpfzone 50 m²
** dazu Sumpfzone 18 m²

Vorstellung einzelner Anlagen

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL stellt in seinen "Allgemeine und tiermedizinischen Vorgaben" folgende Anforderung:

2.3 Bei der Gruppenzusammensetzung sind zusätzlich zu der nach dem Gutachten zulässigen Belegung die Sozialstruktur der jeweiligen Art und die Verträglichkeit der Individuen zu berücksichtigen. Artbedingt sozial lebende Tiere sind nicht einzeln zu halten. Ist in einem konkreten Fall eine Gemeinschaftshaltung dauerhaft nicht möglich, muss ernsthaft und nachweislich versucht werden, das Tier in eine artgerechte Haltung abzugeben.

Im Differenzprotokoll hielten die Sachverständigen der Zoos dazu Folgendes fest:

Es ist zu berücksichtigen, dass es auch bei Tieren im Prinzip sozialer Arten welche gibt, die natürlicherweise solitär leben, namentlich, ältere männliche Individuen. Dazu gehören z.B. Gorillas und Elefanten.

Zum Kapitel IV.9 - Rüsseltiere bemerkten die Sachverständigen der Zoos in ihrem Differenzprotokoll:

9.1    Gehegeanforderungen: Die Unterzeichner und die von ihnen vertretenen Verbände halten eine Überarbeitung des Gutachtens von 1996 hinsichtlich der Mindestanforderungen für die Haltung von Elefanten für angezeigt. Allerdings schießen die nun vorliegenden Vorgaben teilweise über das Ziel hinaus. Eine Haltung in größeren, züchtenden Gruppen wird zwar angestrebt. Es wird sich aber nie vermeiden lassen, dass auch (zumeist nicht-züchtende) Kleingruppen von Kühen gehalten werden müssen. Für Kleingruppen bis zu vier Tieren werden jedoch Innengehegeflächen verlangt, die nicht nur deutlich über jenen der Haltungsrichtlinie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN, 2001), sondern auch über jenen der „Best practice“ Haltungsrichtlinien der EAZA (2006) liegen. Dies ist nach Ansicht der Unterzeichner und der von ihnen vertretenen Verbände zu korrigieren:

Elefantenkühe: Innen: Für Gruppen von bis zu vier Elefantenkühen sollten nach einer angemessenen Übergangsfrist die Anforderungen der Haltungsrichtlinie des BfN gelten, d.h. Einzelboxen und mindestens 200 m² nutzbare Lauffläche. Dies gilt für Kühe und für Kälber ab zwei Jahren, jüngere werden nicht mitgerechnet. Diese Fläche kann auch durch die Verbindung von Einzelboxen erreicht werden, die mindestens 33 m² groß sein sollen.

Für größere Zuchtgruppen und für die Bullenhaltung sind die Vorgaben des Gutachtens aus Sicht der Unterzeichner und der von ihnen vertretenen Verbände akzeptabel, auch wenn sie eher „Best practice“ darstellen als eigentliche Mindestanforderungen.

9.3    Sozialgefüge/Vergesellschaftung: Die Zusammenstellung von Gruppen und die Entfernung von Tieren aus einer Gruppe sind stets Einzelfallentscheidungen, bei denen verschiedene Aspekte abzuwägen sind und bei denen zumeist der Koordinator des Zuchtprogramms mitwirkt. So kann die Haltung von nur zwei Elefanten unter Umständen durchaus mit Tierschutzüberlegungen kompatibel sein und ist daher nicht grundsätzlich zu vermeiden, auch wenn größere Gruppen anzustreben sind.

9.4    Populationsmanagement: Hinsichtlich des zweiten Absatzes gilt das oben Gesagte. Da es für Afrikanische wie für Asiatische Elefanten Europäische Erhaltungszuchtprogramme gibt, an denen die allermeisten Elefanten haltenden Zoos in Deutschland partizipieren, ist die Freiheit der Halter, wie sie ihre Bestände managen und wohin sie Nachzuchten abgeben, eingeschränkt, und die diesbezüglichen Vorgaben des Gutachtens werden so irrelevant.

aktualisiert 14.01.2015